• Silvia

Lügen


Als Kind wurde uns mal beigebracht, nicht zu lügen. Ausgerechnet von jenen, die uns selbst mehr oder weniger regelmässig angelogen haben, unseren Eltern. "Das hat der Weihnachtsmann, das Christkind, der Osterhase, der Storch etc. gebracht." Wie oft sehe ich auch, wie Kindern unangenehme Wahrheiten nicht erzählt, sondern entsprechend verpackt, Lügen erzählt werden. Ist ja nicht so schlimm, ist ja nur ein Kind, ist ja zum Vorteil und Schutz des Kindes. Ist es das?


Wir möchten unseren Eltern vertrauen und tun dies auch. Wie wird das mit der Zeit, wenn wir merken, dass sie uns angelogen haben und immer noch anlügen? Wir verlieren das Vertrauen, nicht nur in unsere Eltern, sondern auch in uns, in unsere Wahrnehmung.


Lügen ist normal bzw. ein Teil unserer Normalität. Dass Politiker lügen, ist Normalität, auch Ärzte. "Ist nur ein kleiner Pieks - tut nicht weh". Schön wärs, wieder gelogen. "Das ist gut für Dich." Auch gelogen. Du glaubst, es wäre gut für mich.


Vielleicht bin ich etwas pingelig, aber was macht es aus uns, wenn wir permanent angelogen werden. Wir lügen uns schlussendlich selbst an und glauben unsere eigenen Lügen. Und das ist nicht gut.


Jedes Kind merkt, wenn es angelogen wird. Man kann das sehr deutlich sehen. Es spürt es und würde es weiterhin spüren, wenn es nicht durch die Tatsache, dass es angelogen wird, sich selbst und seiner Wahrnehmung nicht trauen würde. Es beginnt sich selbst nicht nicht mehr zu vertrauen. Und das führt vielleicht gerade zu dieser Situation, in der wir uns grad befinden.


Wir werden und wurden massiv angelogen, von Politikern, Medien, Lehrern etc. bewusst und unbewusst. Und viele merken es nicht mehr, sie glauben es. Sie haben verlernt auf ihren inneren Kompass zu hören. Brauchen wir ja nicht, wir haben die Medien, die sagen uns was richtig und was falsch ist.


Dann gibt es noch die, die noch merken, wenn sie angelogen werden, man nennt sie Verschwörungstheoretiker. Dabei könnte das jeder wieder lernen. Es ist allerdings etwas schmerzhaft, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Aber auch befreiend, sehr befreiend.

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