• Silvia

Menschlichkeit


Demonstranten in Berlin - von den einen hochgejubelt, von den anderen beleidigt und verachtet: Verschwörungstheoretiker, Nazis, Reichsbürger, Querulanten, Dummköpfe, unsolidarisch, egoistisch usw.

Und das alles, weil man Angst hat. Angst vor Krankheit, Angst vor Repressalien, Angst davor, nicht mehr zur Masse zu gehören, Angst vor Bussen, Angst schlecht dazu stehen, Angst vor Existenzverlust, Angst vor dem Tod, Angst.


Angst lässt offensichtlich jede Menschlichkeit im Sande verrinnen. Nichts mehr da. Keine Liebe, keine Freundlichkeit, kein Anstand, keine Toleranz, keine Höflichkeit, keine Essenz dessen, was Menschlichkeit ausmacht.

Die Regierung freuts, das war der Zweck der Uebung. Die Menschen zu spalten und zu beherrschen, zu entrechten. Mit Angst ist das offensichtlich leicht.


Damit sollten wir aufhören. Wir - zumindest die meisten von uns - sitzen im selben Boot. Ohne Ruder und ohne Segel. Das hat eine kleine Gruppe - sie nennt sich Regierung - in der Hand. Und sie erzählen den Menschen auf der linken Seite des Bootes, die Menschen auf der rechten Seite sind gefährlich. Und sie erzählen den Menschen auf der rechten Seite des Bootes, die Menschen auf der linken Seite sind gefährlich. Damit sollten wir aufhören. Das zu glauben. Wir sind alle Menschen, die eigentlich miteinander auskommen möchten. Wir mögen anderen Menschen. Wir brauchen andere Menschen. Wir sind soziale Wesen. Wir brauchen Kontakt und wir brauchen Liebe, wir brauchen Menschlichkeit.


Zu Beginn im März schrieb ich: "Krisen haben die Angewohnheit in den Menschen ihre besten, aber auch ihre schlechtesten Charaktereigenschaften hervorzubringen. "

Das Resultat sieht man jetzt sehr deutlich. Ich denke, wir sind uns einig, dass "Beschimpfungen auszuteilen" nicht zu unseren besten Charaktereigenschaften zählen oder?


Wäre es jetzt nicht an der Zeit, wieder zur Menschlichkeit zurück zu finden? Nicht bewerten oder verurteilen, sondern einfach leben lassen. So wie es jeder möchte. Und bitte glaubt nicht, dass irgendjemand von uns Schuld hat. Wir sind nicht schuld, dass Jesus am Kreuz gestorben ist und wir sind auch nicht schuld, wenn jemand auf der Welt, in unserem Land, in unserem Bekanntenkreis oder in unserer Familie krank wird. Ausser wir wünschen ihm etwas Schlechtes, das kann tatsächlich zu Krankheit führen. Aber das tun wir ja nicht, wir sind ja Menschen und Menschen sind menschlich und human. Das dürfen wir nicht vergessen. Und wenn wir es vergessen, können wir uns wieder daran erinnern und uns vergeben.


Wir sind auch nicht Schuld. Und wir sind keine Opfer. Wir haben Rechte. Und ich danke allen von Herzen, die dafür einstehen. Auch wenn sie von Nicht-Menschen blöd angemacht werden. Oder von Menschen, die vergessen haben, dass sie Menschen sind. Aber auch die können sich wieder erinnern und sich vergeben. Wir tun es auch. Wir vergeben allen, die gemein mit uns waren, die uns beleidigt haben und die uns jetzt grad nicht mögen.


Aber wir sind wie wir sind. Und wir sind absolut ok so. Wir sind genau richtig, so wie wir sind.


Wir sind Menschen - menschliche Menschen.

Lasst uns das nicht vergessen.



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